Der deutsche Forscher Richard Schomburgk war einer der ersten Europäer die 1838 den Roraima zu sehen bekamen. Darauf folgte eine Reihe von Expeditionen sind seit dem unternommen worden , bis es im Jahre1884 den britischen Botanikern Everard in Thurn und Harry Perkins gelang, den Roraima zu besteigen. Auf seiner Oberfläche entdeckten sie nur dort beheimatete Pflanzen und Tiere, als Ergebniss einer jahrmillionen alten Abgeschiedenheit und  eigenstaendiger Evolution

Diesn Nachrichten beflügelte die Phantasie von Conan Doyle (der Autor von Sherlock Holmes) und inspirierte ihn seinen Roman,

The Lost World

zu schreiben, in dem Dinosaurier noch auf einem isolierten Plateau leben.

Was sind die Tepuis

Die Indianer nennen die Tafelberge im Südosten Venezuelas "Tepuys" (Häuser der Götter). Für Geologen sind die gewaltigen rot schimmerden Festungen Ueberreste eines 2 milliarden Jahre alten Sandsteinplateaus.

Im südosten Venezuelas, zwischen dem Orinoco- und dem Amazonasbecken erstreckt sich ein ausgedehntes Hochland, die Gran Sabana. Sie gehoert zu dem Guyana Hochland und erreicht eine durchschnittliche Höhe von 1400 m im Norden und 759m im Süden. Auf diesem Plateau befinden sich über hundert Tafelberge, von denen nur wenige zugänglich und viele noch unerforscht sind. Ihre Felswände ragen senkrecht, hunderte von Metern aus dem tropischen Regenwald über die Wolken hinaus..

Inseln im Nebel
Inseln in der Zeit

Tepuys sind die Ueberreste einer gewaltiger Sandansammlung durch Wasser, aus den Zeiten als Südamerika und Afrika noch gemeinsam den Superkontinent Gondwana bildeten. Im Laufe der Jahrmilliarden bildete sich daraus eine bis zu 3000 Metern dicke Sandsteinschicht. Das festere Sedimentgestein der Tepuys, vor Jahrmilliarden gebildet und vor Hunderten von Millionen Jahren aufgestiegen, widerstand der Erosion im Laufe der Erdgeschichte. Die bizarren Gesteinsformen und einziartigen Tier- und Pflanzenarten auf den Gipfelplateaus führen uns zurück in eine Zeit die vor der Entstehung der Menscheit liegt.


Der Roraima

Der Roraima ist der höchste aller Tafelberge. Roraima bedeutet übersetzt" Mutter aller Flüsse", Zurecht, denn bei ihm enspringen die Zuflüsse des Esequib (Britisch Guyana), des Orinoco (Venezuela ) und des Amazonas (Brasilien).

Ein Journalist für das Magazin "National Geographic" beschrieb seine Eindrücke auf dem Plateau sehr treffend: "Was ich noch im letzten Tageslicht in der Landschaft noch erkennen kann scheint aus einem Alptraum zu entstammen. Felsblöcke und Spitztürme jeder Größe und Form liegen wild aufeinander gestapelt herum. Stürmischer Wind peitscht eiskalten Regen in unsere Gesicht(....). Es gibt kaum einen Quadratmeter ebener Fläche. Wo kein glitschiger nackter Felsen liegt, ist bodenloser Morast. Es fällt nicht schwer sich die Türme und Steinsäulen als Ruinen langvergangener Kulturen vorzustellen. Ich habe Visionen von kollosalen Statuen ägyptischer und griechischer Gottheiten, siamesischen Pagoden, Zwerge, Elefanten und Riesenkamelen, alles für die Ewigkeit in Stein erstarrt."

Nur wenige Pflanzen und Tiere konnten sich diesen unwirtlichen Lebensbedingungen anpassen. So zum Beispiel der auf dem Roraima einheimische, urtümmliche Frosch (Oreophrynella), der sich bei Gefahr anstatt zu fliehen zusammenrollt und sogar rollen lässt. Ebenfalls nur dort beheimatet und seltsam ist die Stegolepispflanze, deren Plattansätze von einer schleimigen Substanz umhüllt ist.

Nicht weniger Beindruckend sind die im Moor heimischen fleischfressenden Planzen;  Sonnentau, Wasserschlauch und Kannenpflanzen. Andererseits ist es eine erfreuliche Tatsache, dass es auf dem Roraima keine Mosquitos gibt.

Zur Wanderung

Um die die empfindlichen Oekosysteme der Savanne und der Tafelberge zu schützen, gründete die venezolanische Regierung den Nationalpark Canaima mit einer Fläche von 3 Milionen Hektar. Trotzdem hinterlässt der Andrang immer mehr Tepuybegeisteter seine Spuren.

Bitte befolgen sie die Parkregeln. So darf beispielsweise niemand den Roraima ohne ortskundigen Führung und einer festgelegte Mindestzahl von Trägern besteigen. Es ist nicht gestattet, Pflanzen oder Gesteinsproben mitzubehmen. Reisende müssen sich an festgelete Wege und Zeltplütze halten. Aller Abfall muss mit zurückgebracht werden.

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